Der grosse Diktator · 8. Januar 2005, 18:04

Wie die Zeit berichtete läuft Charly Chaplins Film Der große Diktator in einer aufwendig restaurierten Fassung zZ im Kino.

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Filmplakat

Durch Zufall habe ich letztes Wochenende mitbekommen, dass er läuft und habe ihn auch gleich im Kino gesehen. Und der Film ist uneingeschränkt zu empfehlen, und dass obwohl er aus dem Jahre 1938/1940 stammt. Wer noch nie was vom Film gehört hat, schaut am besten gleich um auf der offiziellen Seite von Der grosse Diktator nach Bildausschnitten, Inhaltsangabe und die Umstände und Bedeutung des Films. Im Forum bei IMDB.com kann man sich dann ein paar Meinungen durchlesen.

Der Film hat sehr viele klassische Filmmomente, als da wären die Szene in der Chaplin als Adenoid Hynkel, Diktator von Tomania, mit einem Erdball als Luftballon “tanzt”, oder die hysterischen, unverständlichen Reden in einer deutsch-klingenden Pseudosprache, oder die Begegnung Hynkels mit seinem faschistischen Kollegen Benzino Napaloni.

Die Szene mit dem Erdball gibt es übrigens auch als aktuelle Persiflage. Leider weiß ich nicht, wer es hergestellt hat, aber wer die Original-Szene kennt, wird sich vermutlich köstlich damit amüsieren: (quicktime-movie, 2MB).

Dass der Film auch inhaltlich immer noch sehr aktuell ist, wird einem nicht zuletzt bei der letzten großen Ansprache (Transkript & Audio) am Ende des Films deutlich, in welcher Chaplin als jüdischer Friseur durch eine Verwechslung mit Hynkel eine Rede zum Einmarsch in Osterlich halten soll. Die Rede ist merkwürdig “außerhalb der Rolle”, so als hätte sich Chaplin persönlich nochmal an die Menschen wenden wollen, damit das schlimmste Verhindert werden kann.

The aeroplane and the radio have brought us closer together. The very nature of these inventions cries out for the goodness in men, cries out for universal brotherhood for the unity of us all. Even now my voice is reaching millions throughout the world, millions of despairing men, women and little children, victims of a system that makes men torture and imprison innocent people. To those who can hear me I say “Do not despair”.

Die Sprache in dieser Rede ist so klar und deutlich, dass sie sicherlich einen Ehrenplatz in Markus Breuers SantarogaNachrichten-Reihe hätte. Sie hat auch heute nach über 60 Jahren noch ohne weiteres die Fähigkeit einen tief zu berühren. Ich kann jedem nur empfehlen sich diesen Film (noch einmal) im Kino anzuschauen, oder sich zumindest die DVD zu besorgen.

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